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| Die Bruderschaft der Glocke: Ultrageheime Technologie des Dritten Reichs jenseits der Vorstellungskraft
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Theologische Physik
• • • • • (bewertet mit 1 von 5 Punkten)
Bedauerlicherweise muß ich hier mindestens einen Stern für diese Rezension vergeben. Andererseits hat dieses Buch diesen verdient, da ich immerhin 347 Seiten von insgesamt 476 Seiten gelesen habe, wenngleich die letzten hundert Seiten von Zweifeln am Sinn des Weiterlesens begleitet waren. Auf Seite 347 jedoch gab mir der Autor den Rest: hier analysiert der Autor einen Brief aus "anonymer Quelle" (siehe Überschrift auf Seite 343). Auf Seite 347 schreibt der anonyme Verfasser des Briefes an den Empfänger, einen Mr. Cooper (Zitat): "Mr. Cooper, ich könnte noch seitenweise so fortfahren,... Ich kann nicht alles verifizieren, was ich hier schreibe, aber ich denke, mit ein wenig Lesen und Nachforschen können Sie selbst beurteilen, ob all dies war ist oder nicht." JA WAS JETZT? STIMMTS ODER STIMMTS NICHT? (Oder besser formuliert: weshalb geht der Buchautor darauf ein, wenn schon der Verfasser des Briefes zweifel an der Wahrhaftigkeit seines Briefes einbringt.) Aufgrund der etlichen Unglaubwürdigkeiten in diesem Buch sind solche beifügungen notwendig. In einem Science-Fiction-Roman könnte man sich solche Anmerkungen sparen. Jedoch soll dieses Buch eben kein SF-Roman sein, sondern die "unglaubliche Wahrheit" ans Tageslicht bringen.
Den Kritiken in anderen Rezensionen über den Autor in Bezug auf die Darstellung der Deutschen als "Nazis" schließe ich mich an und gehe daher nicht weiter hierauf ein.
Aber nun zum Inhalt des Buches: Die ersten beiden Teile des Buches beschäftigen sich mit durchaus interssanter Thematik: Teil 1 "Der Hintergrund: Das Rennen zum Mond" gibt einen Überblick über die vermutliche/möglicherweise Waffentechnik der Deutschen Wehrmacht während des zweiten Weltkrieges. Im zweiten Teil: "Die Glocke: Nazis und okkulte Physik" geht es um das Leitthema des Buches: Die Glocke. Hierbei stützt sich der Autor auf nicht bestätigte physikalische Erklärungen aus zweiter und dritter Hand. Über den Autor selbst steht im Anhang, daß er sich während seiner Schulzeit stark für Geschichte und Physik, insbesondere für die Militärgeschichte des zweiten Weltkrieges, interessiert hat. Anschließend Studierte er Religion und Theologie am College und erhielt einen Doktortitel in Patristik. Das Kapitel über die Glocke beschäftigt sich laut dem Autor mit einem "der Öffentlichkeit unbekannten Gebiet der Physik". Um diese "unbekannte Physik" dem Leser genauer und (zumindest versuchsweise) bildlich darzustellen, bedient er sich einfachen Handskizzen mit "Strichmännchen-Niveau". Man kann sich dies wie folgt vorstellen: Ein Mann, der ein oder zwei Semester Medizin studiert hat, schreibt ein Buch für Medizinstudenten, in dem er darstellen möchte, wie eine Nierentransplantation durchgeführt wird. Er füllt dieses Buch mit fachlich anspruchslosen Textinhalten wie: "Man nehme ein Skalpell, öffne die Bauchdecke in ungefähr da, wo man die Niere vermutet,... und wenn man sich verschnitten hat, näht man einfach wieder zu. Jeder kann sich ja mal Irren." Das ganze noch bildlich untermauert mit zwei Strichmännchen: eins liegend (der Patient) und eins stehend (der Internist). In einer Strichmännchenbildfolge, die die Operation darstellen soll, von ca. 10-15 Bildern sieht man dann am Ende das stehende Strichmännchen (den Internisten) mit einem schwarzen Punkt in der Hand (die stilistisch dargestellte Niere). Ziel erreicht - Nierentransplantation durchgeführt! Die heutzutage mathematisch gelehrte Skalarrechnung, die der Autor hier mit ähnlich einfachen Skizzen komplett zu widerlegen versucht, hat er während seiner Schullaufbahn anscheinend nicht unterrichtet bekommen, oder nicht verstanden. Für den physikalisch nicht versierten Leser mag dies durchaus überzeugend sein. Für mich hat dieses Buch zu viele Fragen offen gelassen, als das ich nur im geringsten von der "Wirbeltheorie" des Autors überzeugt oder auch nur in Zweifel gesetzt wäre.
Sehr fraglich sind auch die Quellenangaben des Autors: auf (gefühlt) jeder zweiten Seite verweist der Autor als Quellenangabe auf eines seiner älteren Bücher. Ob er dies aus "Marketinggründen" oder aufgrund fehlender weiterer (verläßlicher) Quellen macht, ist Spekulationssache.
Mein Tipp: Für Science Fiction Freunde ist das Buch geeignet. Insbesondere für diejenigen, die "Beamen" und "Raumschiff Enterprise" für höchstwahrscheinlich real halten. Wer auf der Suche nach "alternativer Historik" ist, sollte sich zum einen das Geld, zum anderen die Zeit des Lesens sparen.
Eine Rezension von A. Kopp >
vom 11. April 2010 | | |
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