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Kein Däniken in Höchsform
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Auch wenn mein Urteil sich völlig dem Trend der Rezensionen hier entgegenstellt, kann ich nicht mehr tun, als diesem Buch nur einen Stern zu geben. Dabei ist noch nicht einmal nur die Tatsache ausschlaggebend, dass das Buch vor inhaltlichen Fehlern nur so wimmelt, sondern vielmehr, dass dieses Buch den Charme und Unterhaltungswert früherer Bücher von Erich von Däniken vollkommen vermissen lässt. Ältere Däniken-Bücher waren selbst dann noch nett zu lesen, wenn man seinen Thesen nicht gefolgt ist. Dies lag an der lockeren Schreibart, die immer wieder mit Humor durchsetzt war und den auflockernden, spannenden und witzigen Reiseanektdoten. Diese Vorzüge lässt "Götterdämmerung" leider vermissen, stattdessen präsentiert Däniken in recht verbissener Weise seine bekannten Thesen zu früheren Besuchen Außerirdischer auf der Erde und kann hierzu scheinbar so wenig neues anbieten, dass er ganze Passagen annähernd 1:1 aus älteren Büchern herauskopiert hat. Dies betrifft Passagen aus "Die Augen der Spinxh", "Der Tag, an dem die Götter kamen" und "Der jüngste Tag hat längst begonnen". Darüber hinaus wimmelt es, wie eingangs bereits erwähnt nur so vor inhaltlichen Fehlern. Einige davon widerholt Däniken zum xten Mal, etwa wenn er behauptet, im Serapeum in Ägypten wären in gewaltigen Granitsarkophagen die Reste der von ihm vermuteten Mischwesen gefunden worden - was ihn zu der These verleitet, die schweren Sarkophage wären deshalb zur Verwendung gekommen, weil man diese Monster um alles in der Welt in diesen Sörgen gefangen halten wollte. In Wahrheit aber stammen die Knochen unterschiedlicher Tiere die gefunden worden sind aber aus Holzsärgen im Serapeum (zumal die Steinsärge auch erst relativ spät, nämlich ab der 26. Dynastie Verwendung fanden) - Vgl. hierzu Lauer, Jean-Phillippe: Saqqara, the royal cemetery of memphis, exvavation & discoveries since 1850. London: Thames & Hudson 1976, S. 21 ff. Auch die "neuen" Punkte suggerieren dem Leser häufig ein völlig falsches Bild. So erwähnt Däniken als Beweis für die Existenz mythologischer Riesen auf Seite 19, man hätte 1935 riesige Knochen in chinesischen Apotheken gefunden (zur Info, in China wurden aus Knochen und Zähnen traditionell Heilmittel hergestellt, aus diesem Grund suchten in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts viele westliche Zoologen und Paläontologen chinesische Apotheken auf). Das stimmt zwar, doch vergisst er es hier, seine Leser darüber aufzuklären, dass diese Funde nicht von Riesen im klassischen Sinn stammen, sondern von Urzeitlichen Primaten, denn es handelte sich bei den Funden um Zähne des so genannten Gigantophitecus blacki, einem großen Primaten, der bis zu 500 kg. wog und bis vor etwa 100000 Jahren in Asien beheimatet war - vgl. hierzu Gieseler, Wilhelm: Die Fossilgeschichte des Menschen. Stuttgart: Fischer 1974, S. 182
Solche Punkte ziehen sich durch das gesamte Buch und somit muss ich insgesamt sagen, ist das sicherlich einer der schlechtesten Dänikentitel.
Eine Rezension von Andre Kramer "akramer" > Neumünster
vom 15. Juni 2010 |