Sprache, Lügen und Moral: Geschichtenerzählen in Wissenschaft und Literatur (edition unseld)
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Wenn doch der Inhalt auch so verständlich wäre wie der Titel
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(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Sprache, Lügen und Moral: Geschichtenerzählen in Wissenschaft und Literatur (edition unseld) (Taschenbuch) Weil Sippenhaftung moralisch verwerflich ist, möchte ich gleich betonen, dass ich es gut finde, wenn in der Reihe "edition unseld" auch Spezialitäten für sprachlich fortgeschrittene Leser erscheinen. Und ich vertrete auch nicht die naive Ansicht, jeder philosophische Diskurs müsse auf das Niveau von Werbesprüchen reduziert werden. Aber einfache Gedanken unnötig zu verkomplizieren, stört mich. Weil die Übersetzungsarbeit Energie verbraucht und weil Sprachungetüme abschreckende Wirkung haben. Kurz: Zwei Sterne Abzug gibt es, weil die Lektüre ohne zwingende Gründe anstrengend ist. Und das ist wohl kaum an den Übersetzern Rita Seuß und Thomas Wollermann.

Die Herausgeberin, Margery Arent Safir, ist Professorin für vergleichende Literaturwissenschaft und Englisch an der American University in Paris. Sie wählte die Autoren aus und formuliert in ihrem eigenen Beitrag ein paar warnende Vorbemerkungen zum interdisziplinären Reisen. Wenn sie dabei auf Carroll, Borges, Cervantes, Barthes, Cortázar und andere großartige Schriftsteller Bezug nimmt, finde ich das zwar schön, aber nicht immer zwingend. Denn oft wird ein Text nur deshalb kompliziert, weil der Verfasser zu viele Zeugen aufruft. Immerhin endet der erste Beitrag mit dem Hinweis, dass der Band aus einem fröhlichen Miteinander von Wissenschaft und Literatur hervorgegangen sei. Davon ist allerdings im zweiten Aufsatz nicht viel zu spüren, erzählt doch Evelyn Fox Keller, Professorin für Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftsphilosophie, von ihrer blauäugigen Ansicht, Naturwissenschaftler könnten Rhetorik und Lüge unterscheiden. Folgt man den interessanten Ausführungen von Evelyn Fox über Metaphern und den Begriff "Gen", dann versteht man schnell, warum ihre Schriften Widerstand weckten. Denn auch die Vertreter der so genannten exakten Wissenschaften bedienen sich ungenauer Formulierungen, wenn es dem Zweck dient.

Im dritten Beitrag von Jean-Michel Rabaté, Professor für Geisteswissenschaften in Pennsylvania, geht es um Notlügen, Platon, Nietzsche und Hollywood. Und wer den Film "True Lies" gesehen hat und die Geschichte von Odysseus kennt, wird die schwierigen Stellen der spannenden Gedankenreise besser deuten können. So richtig kompliziert wird es dann aber bei Roald Hoffmann, Professor of Human Letters und Nobelpreisträger für Chemie. Jedenfalls konnte ich seinen Ausführungen zur Aufrichtigkeit gegenüber dem singulären Gegenstand nur bedingt folgen. Mieke Bal, Professorin für Literaturtheorie an der Universität Amsterdam, gebührt die Ehre des Schlussbeitrages. Aber so interessant ihr Thema, Die Ethik des Geschichtenerzählens, auch ist, dem Publikum spannende Thesen in einfacher Form darzubieten ist nicht ihre Stärke.

Mein Fazit: Wem es egal ist, wenn sich Professoren aus den verschiedensten Fachgebieten komplizierter als nötig ausdrücken, wird meine Bewertung nicht verstehen. Denn in den fünf Aufsätzen beleuchten die eingeladenen Fachleute das Titelthema aus Blickwinkeln, die ebenso ungewöhnlich wie interessant sind.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 20. Januar 2010
Kundenrezensionen:
2. Wenn doch der Inhalt auch so verständlich wäre wie der Titel (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Ein seltsames Büchlein
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